In den letzten Tagen habe ich eine neue Eigenschaft erlernt: stoische Gelassenheit!
Die erste Lektion: Selbstbeherrschung
An diese große Tugend wurde ich vor zwei Tagen in einem chinesischen Restaurant schonend herangeführt, als sich das bestellte Essen als Rinderhaut mit Hühnchenhaut herausstellte, (ich hatte Rinderfleisch erwartet). Bitte geht nicht davon aus, dass es sich hierbei um eine Abzocke von Touris gehandelt hätte. Im Gegenteil. Ich bekam da die absolute Delikatesse vorgesetzt. Nachdem ich tapfer die ersten Bissen heruntergewürgt hatte und mich entgegen meines tiefen Bedürfnisses nicht übergab, wurde die zweite Stufe der Lektion eingeleitet: am Nebentisch bekam ein Pärchen ein Rinderherz serviert (mit Hauptaterie, Herzklappen. etc.) und begann dieses glücklich schlürfend zu verzehren. Bis jetzt ist mir nicht klar, wie ich den akuten Brechreiz unterdrückte, aber alles was ich tat, war eine Kellnerin lächelnd um die Rechnung zu bitten. Nach diesen Erfahrungen war der Hühnerfuß, der mir heute vorgesetzt wurde geradezu appetitlich.
Die zweite Lektion: Akzeptanz des Unabänderlichen
Heute morgen erwachte ich mit dem leisen plätschern von Wasser in den Ohren. Leicht verwundert stellte ich, im Halbschlaf fest, dass das Geräusch nicht aus der Richtung des Fensters kam. Ich quälte mich also aus dem Bett und warf einen Blick ins Bad. Dort plätscherte fröhlich Wasser aus irgendeinem Rohr und hatte inzwischen mein Bad in einen hübschen kleinen See verwandelt. Inzwischen war ich unangenehm wach! Ich meine ein See! In meinem Bad! Und das trotz eines mehr als faustgroßen Abflusses im Boden. Ich weckte also meine Mitbewohnerin, um sie zu bitten irgend jemanden anzurufen, um diesen See zu beseitigen und ihn davon abzuhalten auch noch mein Zimmer zu fluten. Meine Mitbewohnerin schaute mich an, als sei ich nicht ganz dicht und murmelte etwas von: “das ist doch schon das Zweite, das ist nicht so schlimm, lass das so,wir rufen heute abend jemand an oder vielleicht morgen oder übermorgen”. Daraufhin ging sie wieder ins Bett. Ich muss gestehen in diesem Moment war ich sprachlos. Aber ich bin ja ein gelehriger Schüler. Also packte ich meine Sachen, schloss die Tür zum Bad, in der Hoffnung die Fluten aufzuhalten und ging zur Arbeit.
Gerade eben war dann tatsächlich der Handwerker da, der das Problem behoben hat, indem er “irgendein Holzstück irgendwo zwischengeklemmt hat, damit sich irgendwas besser bewegen kann” (Zitat: meine Mitbewoherin). Dies ist übrigens die permanente Lösung. Und wisst ihr was. Es ist ok! Das Wasser fließt irgendwie ab und mein Bad ist sauber. Lektionen gelernt.
-Roxi
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